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Prof. Dr. Peter Gerlach


 
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  »Proportions - Body - Live«
Sources - Concepts - Arguments
Theories of Human Proportions from 1576 to 1922
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    Alphonse Bertillon

    »Identification Anthropometrique«

    Melun Typographie-Lithographie Administrative 1885.
    dt. Berlin 1890.




    Bertillon, Vorsatzblatt Bertillon, Titelblatt
    S. 3 - 15

    Bertillon, S.3 Bertillon, S.4 Bertillon, S.5 Bertillon, S.6 Bertillon, S.7 Bertillon, S.8 Bertillon, S.9 Bertillon, S.10 Bertillon, S.11 Bertillon, S.12 Bertillon, S.13 Bertillon, S.14 Bertillon, S.15


    Kommentar

    Scheinbar nur nebenbei taucht der Begriff der Proportionslehre im Vortrag des Leiters des statistischen Büros und seit 1882 Chef des Erkennungsdienstes in Paris, dem Mediziner, Anthropologen und Kriminologen Alphonse Bertillon (*22.04.1853 Paris - † 13.02.1914) auf.

    In der Tat läßt sich sein Thema eher als ein Nebengebiet der anthropologischen Anthropometrie verstehen. Indessen sind einige Hinweise seinen Ausführungen zu entnehmen, die auf die normenverhaftete künstlerische Proportionslehre ein eigentümliches Licht werfen.
    Die überaus häufige Abweichung der Klafterbreite - das Längenmaß über beide ausgestreckte Arme hinweg - von der Gesamthöhe ist bemerkenswert, galt sie doch seit Vitruv als idealer Standard und wurde vor Bertillon nirgends kritisiert.
    Erstaunlich auch erscheint sein Vorbehalt gegenüber der Ermittlung der Körpergröße: Sie sei zu einfach zu manipulieren, da sie nur aussagekräftig sei, wenn die gemessene Person absolut aufrecht stünde. Auch dies ein bemerkenswerter Einwand - auch dies nirgends zuvor kritisch angemerkt. Das wirft naturgemäß ein bezeichnendes Licht auf alle historischen Statuenvermessungen seit Bosse und Audran, da viele der dort angeführten Beispiele - insbesondere die Venus Medici - keineswegs aufrecht stehen.
    Das nunmehr keineswegs überraschende an seinen Ausführungen ist, daß Individualität sich ausschließlich an den Unregelmäßigkeiten, an den Abweichungen von den Normen des Schönen festmachen läßt. Im Jahre 1880, als Bertillon sein Verfahren in Paris konzipierte, immerhin eine Einsicht, die sich in der bildenden Kunst ebenfalls Geltung verschaffte, zwar noch jenseits der offiziellen akademischen, aber doch bereits in der öffentlich wirksamen jungen Moderne.

    Bibliographie
    Bertillon, 1885, Bibliographie
    Literatur: »Grand Dictionnaire Encyclopedique Larousse.« 1982, 2, S. 1205; Gerlach 1990, S. 237 f*, 239, 242, 245.

    Exemplar: Paris, Bibli. national de Françe digital


    © W. P. Gerlach 12.12.1999, revidiert 07.2018.



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