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Prof. Dr. Peter Gerlach


 
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  »Proportions - Body - Live«
Sources - Concepts - Arguments
Theories of Human Proportions from 1576 to 1922
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    Co[nte] Francesco Algarotti

    »Saggio sopra la Pittura

    Bologna, 1762.


    "Della Simmetria"
    S. 16 - 20
    .

    Algarotti, S. 79 Algarotti, S. 80 Algarotti, S. 81 Algarotti, S. 82 Algarotti, S. 83


    Bibliographie
    Algarotti 1762, Bibliographie
    Literatur: Gerlach 1990, S. 104, 121, 131, 143, 147, 185*; B. Mazza, "Algarotti, Francesco." In: »Allgemeines Künstlerlexikon.« Bd. 2, 1992, S. 348 - 350; H. Schumacher, »Francesco Algarotti: Schriften zur Kunst.« Potsdam 2006, S. 108: Verzeichnis von 15 Ausgaben und 6 Übersetzungen zwischen 1756 und 2000; H. Schumacher 2006 siehe: digitalisierte Editionen aller Texte.

    Exemplar: Roma, Univ. di Tor Vergata, Horti Hesperidum: 1762 (PDF) digital.


    Kommentar
    Francesco Algarotti wurde 1712 in Venedig geboren. Er studierte in Venedig, Rom und Bologna, praktizierte aber nur wenig als bildender Künstler. Nach einem längeren Aufenthalt in Paris und London erhielt er den Auftrag vorrangig als Berater beim Aufbau höfischer Sammlungen (Dresden, Berlin, Sanssouci) sich einzusetzen. Ab 1737 verfasste er zahlreiche Essays, u.a. über Newtons Lichttheorie, zur Ökonomie, über die französische und italienische Sprache. Er verstarb 1764 in Pisa, wohin er aus Bologna wegen einer Lungenentzündung umgezogen war. Dort hatte er ab 1756 gelebt.
    In der deutschen Übersetzung, auf italienisch in Venedig 1755 und in Bologna 1762 erschienen, wird (S. 83) als "Muster weiblicher Schönheit" die mediceische Venus akzentuiert. Das ist einerseits Standard des XVIII. und des XVII. Jahrhunderts bereits, andererseits bleibt es deswegen bemerkenswert, weil die Gestalt der Frau in den Proportionslehren oder den einschlägigen Kapiteln der Kunsttheorien oder Zeichenlehren nur marginale Behandlung erfuhr. Sie wurde bestenfalls negativ von der des Mannes abgegrenzt und nur gelegentlich mit vollen Maßangaben gleichrangig abgebildet.

    In seiner eigenen Bibliothek konnte keine der klassischen Proprotionslehren nachgewiesen werden. Er schrieb für den Kunstliebhaber, also aus der Perspektive des Betrachters.
    Das Verbot von Aktstudien außerhalb der Akademien ist sicherlich kein Grund dafür, sondern nur ein weiteres Indiz für die öffentliche, christlich-moralisch bedingte Zurückhaltung der Zurschaustellung weiblicher Nackheit gegenüber. Das scheint zwar der zeitgenössischen Malerei und Skulptur zu widersprechen. Zu bedenken ist dabei indessen, daß die Vorliebe für jugendlich nackte, weibliche Schönheiten vorzüglich ein Thema der französischen Malerei der jüngeren Generation (Fragonard, Boucher) erst wurde, von denen er einige Beispiele für seine eigene Sammlung erworben hatte. Daher ist auch der Ratschlag an die jungen Akademieschüler verständlich nicht zu frühzeitig nach Aktmodellen, sondern erst nach antiken Statuen (gemeint sind die des vatikanischen Belvedere) den menschlichen Körper zu zeichnen, die er in seiner Gipssammlung vorrätig hielt.


    © W. P. Gerlach 12.12.1999, revidiert 08.2018.



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